Stillen und BerufstätigkeitStillen ist einfach, praktisch, gesund und fördert die innige Beziehung zwischen Mutter und Baby. Aus diesem  Grund sollten Mütter ihren Säugling mindestens ein halbes Jahr lang voll stillen.

Genau so wird es auch offiziell empfohlen. Denn das volle Stillen im ersten halben Lebensjahr hat für Babys Gesundheit eine enorme Wichtigkeit und bietet nebenbei auch noch viele weitere Vorteile.

 

Mal ganz abgesehen von den immensen Kosten, die dabei eingespart werden,  im Vergleich zum angerührten Milchpulver! Grundsätzlich ist das Stillen kein Problem, nur wenn die Mutter wieder arbeiten gehen will und wird, stellt sich schon die eine oder andere Frage über die Vorgehensweise, wenn das Kind in der ersten Zeit noch voll gestillt werden soll.

Das gestaltet sich zwar nicht ganz so einfach, als wenn Baby direkt „rund um die Uhr“ an die Brust gelegt werden kann,  ist aber durchaus möglich. Es erfordert jedoch ein bisschen Timing und Planung im Voraus.

 

Stillen, wenn die Mutter berufstätig ist?
Wie soll das gehen?

Mal angenommen, die Mutter ist den halben Tag aus dem Haus – das wären dann mit Fahrtzeit circa 5 – 6 Stunden – dann bleiben immerhin noch ganze 18 Stunden, in denen das Baby gestillt werden kann. Und die Zeit, zu der die Mutter bei der Arbeit ist, kann in dem Fall problemlos mit zuvor abgepumpter Milch überbrückt werden. Laut dem Mutterschutzgesetz darf nämlich jede stillende Mutter zweimal täglich (bei einer Ganztagsstelle) eine halbe Stunde Pause machen zum Stillen bzw. zum Abpumpen.

Das hat übrigens auch für die Firma Vorteile, denn gestillte Kinder werden seltener krank bzw. erholen sich schneller wieder im Falle einer Krankheit – dies wiederum vermindert Fehlzeiten der Mutter aufgrund einer Krankheit ihres Babys. Auch dann, wenn die Mutter den ganzen Tag arbeitet, geht dieses Konzept auf. Wichtig ist dabei nur eine gute Pumpe, die Möglichkeit, die abgepumpte Milch kaltzustellen und, ganz wichtig: die Milch muss später natürlich auch in einer Kühltasche wieder nach Hause transportiert werden.

 

Weitere Tipps für berufstätige, stillende Mütter

Um beim Baby eine Saugverwirrung zu vermeiden, sollte es in den ersten 8 Wochen seines Lebens möglichst kein Fläschchen und keinen Schnuller angeboten bekommen. Erst danach kommen die meisten Babys mit dem Wechsel Brust/Sauger besser klar. In jedem Fall sollte aber rechtzeitig vor dem geplanten Arbeitsbeginn mit dem Abpumpen der Milch begonnen werden. Nur so können Mutter und Kind sich mit dem Abpumpen und aus der Flasche füttern vertraut machen; außerdem gilt es, schon ein paar Tage zuvor einen kleinen Milchvorrat in der Tiefkühltruhe anzulegen.

Damit das Baby trotz des Pumpens satt wird, sollten zunächst pro Stillmahlzeit nur 50-100 ml abgepumpt werden. Auch das Trinken aus der Flasche will gelernt sein. Ideal ist es, wenn dies eine andere Person übernimmt, also möglichst Vater, Oma oder Opa, denn viele Babys wollen von der Mutter die Flasche schon mal gar nicht annehmen- wenn schon bei Mama, dann gleich lieber die Brust.

Außerdem sollte rechtzeitig geklärt werden, wo bei der Arbeit am besten in Ruhe abgepumpt werden kann. Dies könnte ein Nebenzimmer, ein Kopierraum oder notfalls auch die Toilette sein.

 

Die Milchpumpe

Auch die Auswahl der richtigen Milchpumpe ist wichtig. Wird die Pumpe regelmäßig benutzt, könnte sich der Kauf einer elektrischen Milchpumpe lohnen. Es gibt aber auch richtig gute Milch-Handpumpen, die das Saugen des Kindes imitieren und somit den Milchfluss optimal anregen.

Ganz klar: die Berufstätigkeit der Mutter während der Stillzeit ist also, wenn man es richtig anpackt, kein allzu großes Problem. Der Mehraufwand lohnt sich definitiv, da das Kind von einer längeren Stillzeit immer profitieren wird.