Stillen nach einem Kaiserschnitt.jpgViele Frauen, die einen geplanten Kaiserschnitt haben, haben gleichzeitig Sorge, ob es dann wohl mit dem Stillen des Babys auch so klappt, wie sie es sich wünschen. Wird die Operationsnarbe schmerzen?

Wie soll das Baby angelegt werden? Wie schnell kann ich das Baby nach der OP anlegen? Oder bin ich danach womöglich viel zu schwach? Keine Sorge – egal, ob der Kaiserschnitt nun geplant oder ungeplant war: Natürlich kann ein Baby auch nach einem Kaiserschnitt gestillt werden, nur gilt es gerade dann vermehrt, ein paar Dinge zu beachten.

 

Das Stillen nach einer OP

Auf jeden Fall wird die junge Mutter nach einem erfolgten Kaiserschnitt etwas mehr Hilfe und Unterstützung von der Hebamme benötigen, als sonst. Vor allem beim Anlegen ist Geduld gefragt und falls es sich um einen Notkaiserschnitt handelt, müssen viele Frauen mit dieser Tatsache zuerst auch noch psychisch fertig werden.

Umso wichtiger ist es, mit dem Baby eine innige und schöne Stillzeit zu genießen und daher nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, wenn es vielleicht anfänglich noch nicht ganz so gut klappt wie geplant.

 

Stillen nach Kaiserschnitt besonders wichtig

Stillen ist schließlich nicht nur wichtig für das Baby, sondern auch für die Mutter. Denn das Saugen unterstützt die Rückbildung der Gebärmutter, ein Vorgang, der nach dem Kaiserschnitt leider etwas längere Zeit benötigt als nach einer spontanen Entbindung.

 

Stillen nach einer Vollnarkose

Wenn die junge Mutter den Kaiserschnitt unter Vollnarkose bekommen hat, wird es etwas länger dauern, bis sie in der Lage ist, das Baby an die Brust zu legen. Sobald es aber anfängt, nach der Brust zu suchen und Schmatzgeräusche von sich gibt, ist es an der Zeit, es – möglichst mit kompetenter Hilfe der Hebamme– zum ersten Mal zu versuchen.

Ein Kaiserschnitt kann bedeuten, dass auch der Milcheinschuss ein bisschen später kommt, was aber kein Problem ist, da Babys am Anfang auch von der Vormilch, dem so genannten Kolostrum, satt werden. So wird der Milcheinschuss möglicherweise erst nach dem 4. oder 5. Tag stattfinden.

 

Stillen nach PDA

Nach einer Peridualanästhesie ist es sofort möglich, das Baby anzulegen. Falls der Kaiserschnitt also von vornherein geplant ist, wäre es sinnvoll, dies vorher mit dem Arzt durchzusprechen und ihn darum bitten, anstelle der Vollnarkose eine PDA anzustreben. Im Normalfall wird dies auch ohne Probleme möglich sein.

 

Falls das Anlegen nicht möglich ist

Sollte das Anlegen des Babys aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich sein, so ist das Abpumpen der Milch eine mögliche Alternative – natürlich nur übergangsweise. So wird der Milchspendereflexzusätzlich angeregt, das Baby bekommt trotzdem die wertvolle Milch ab und es muss nicht zugefüttert werden.

 

Die OP-Narbe und die richtige Position

Mit einer schmerzenden OP-Narbe gestaltet sich das Anlegen natürlich nicht gerade einfacher. Aber es gibt dennoch einige Stellungen, in der das Baby auch nach erfolgter Kaiserschnitt-OP ohne Schmerzen angelegt werden kann. Zum Beispiel in der liegenden Position und zwar so, dass Babys Körper parallel zu dem der Mutter liegt – so liegt es nicht auf der Narbe und kann dennoch die Brust bequem erreichen.

Wichtig ist hierbei immer, eine gute Hebamme oder Stillberaterin in petto zu haben, die geduldig dabei hilft, das Baby anzulegen und die richtige, schmerzfreie Stillposition zu finden. Also: Stillen bei Kaiserschnitt ist kein Problem – es erfordert zwar etwas mehr Geduld, die sich aber in jedem Fall lohnt!