Stillen in der SchwangerschaftStillen in der Schwangerschaft – ist das eigentlich „erlaubt“? Dies ist immer dann ein Thema, wenn zwei Babys in relativ kurzem Zeitabstand nacheinander geboren werden.

Während das erste noch gestillt wird, ist schon das nächste unterwegs und da stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob Stillen in der Schwangerschaft eigentlich gut ist? Kann man das Große bedenkenlos weiterstillen oder gibt es möglicherweise Einschränkungen?

Tut es dem Baby gut, wie wirkt sich das Stillen auf das Ungeborene aus und nicht zuletzt, was hat das Stillen für die Mutter zu bedeuten, wenn sie gleichzeitig wieder schwanger ist?

 

Kann das Stillen nicht Wehen auslösen?

Laut neuster Erkenntnis kann dies ausgeschlossen werden. Man geht zwar davon aus, dass ein Stimulieren der Brustwarzen – also auch beim Stillen – dazu führen könnte, dass sich die Gebärmutter zusammen zieht und es zu Kontraktionen kommen kann – aber wohl nur dann, wenn das Ungeborene ohnehin reif ist für die Geburt und nicht vorher.

Diese Sorge scheint also tatsächlich unbegründet zu sein und nicht haltbar.

 

Werden durch das Stillen vielleicht dem Ungeborenen
wichtige Nährstoffe weggenommen?

Auch diese Sorge ist völlig unbegründet. Das Ungeborene befindet sich gut geschützt in der Gebärmutter und wird von der Nabelschnur der Mutter bestens versorgt.

Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass die Milchmenge etwas zurückgeht, das tritt aber zumeist erst in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten ein: Auch das ist aber ganz normal, für manche Babys ist das dann auch tatsächlich ein Anlass, die Brust von nun an zu verweigern und sich somit selbst abzustillen. Außerdem kann sich der Geschmack der Milch verändern, insofern, als sie nun etwas weniger süß
schmeckt, als vorher.

 

Was verändert sich für die Stillende?

Auch für die Mutter gibt es einige Veränderungen, wenn sie stillt und wieder schwanger wird: zum einen sind die Brüste und Brustwarzen mit einer neuen Schwangerschaft wieder sehr empfindlich. Alleine das führt häufig dazu, dass die werden Mutter nicht mehr gerne weiterstillen mag, weil ihr das Gefühl einfach unangenehm ist.

Die Entscheidung, ob dann doch noch weitergestillt wird oder ob das „Große“ lieber abgestillt werden sollte, ist aber ganz individuell zu treffen. Manche Mutter empfindet es hingegen auch als angenehm, dass sie gerade zu diesen Stillzeiten sich zum einen ganz dem Großen widmen kann und zum andern auch mal wieder ein paar ruhige Minuten für sich selber
hat, in denen sie durchatmen und innehalten kann.

 

Die Ernährung

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Das A und O für gesundes Stillen und für eine gute Entwicklung des Babys und in dem Fall auch des Ungeborenen, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Werden gleich zwei Babys ernährt, gilt dies natürlich umso mehr. Es sollten also nicht nur ausreichend Kalorien zugeführt werden, sondern wichtig ist natürlich auch, was.

Eine vollwertige Ernährung umfasst immer viel Gemüse und Obst, hochwertige Fette, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, möglichst keine Fertigprodukte, Weißmehle, wenig Zucker und ab und zu Fisch und Milchprodukte. Außerdem sollte möglichst viel auf Vollkornprodukte zurückgegriffen werden.

 

Wann ist das Stillen als kritisch zu betrachten?

Wenn der Arzt es für bedenklich hält. Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn die werdende Mutter oft Blutungen hat oder unter starken Schmerzen leidet. Manchmal empfiehlt der Arzt auch abzustillen, wenn die Mutter bereits eine oder mehrere Fehlgeburten hatte oder regelmäßig Gebärmutterkontraktionen auftreten.

Dies zu entscheiden ist aber ganz klar Sache des Arztes. Denn normalerweise ist das Stillen auch in der Schwangerschaft für das Ungeborene, die Mutter und das Baby kein Problem.