Stillen im KrankenhausFast alle Schwangeren gehen zur Entbindung ins Krankenhaus, einige besuchen stattdessen das Geburtshaus und ganz wenige entbinden zuhause.

Schon drängt sich die Sorge auf, ob die Betreuung im Krankenhaus bezüglich des Stillens auch wirklich rundum gut ist. Das hängt natürlich vor allem vom Kranken-haus und den dortigen Hebammen bzw. Kinderkrankenschwestern ab.

 

Die ersten Tage sind die wichtigsten

Gerade die ersten paar Tage sind mit ausschlaggebend, ob das Stillen von Erfolg gekrönt ist oder scheitern wird. Auf jeden Fall sollte die werdende Mutter einem Aufenthalt in der Klinik nicht zu kritisch gegenüberstehen, denn immerhin hat es auch den Vorteil, dass sie sich dort um nichts kümmern muss.

Außerdem sind viele Krankenhäuser heute stillfreundlich oder sogar zertifiziert. Die allermeisten Entbindungsstationen haben es sich zum Ziel gemacht, die Mütter, was das Stillen anbetrifft, so gut wie möglich zu unterstützen. Denn letztendlich sind positive Erfahrungen im Krankenhaus, von denen Mütter später berichten, wiederum eine gute Werbung für das jeweilige Haus.

Worauf achten?

Ganz wichtig ist, dass das Baby, wenn irgend möglich, sofort nach der Geburt angelegt wird und trinken darf. Genau dann nämlich sind die Neugeborenen wach und fangen auch schon an, nach der Nahrungsquelle zu suchen. Aber: Wenn Baby das erste Mal angelegt wird, ist nicht das Hauptziel, dass es sich satt isst, sondern dass sich die Milchbildung und – genauso wichtig – die innige Bindung zwischen Mutter und Baby entwickelt.

Gute und rücksichtsvolle Geburtshelfer ermöglichen Mutter und Baby gleich nach der Entbindung ein paar stille Minuten in trauter Zwei- oder Dreisamkeit. Bei Bedarf sollte natürlich beim Anlegen geholfen werden. Außerdem muss dem Klinikpersonal gegenüber betont werden, dass das Baby keinesfalls Tee oder Ersatzmilch gefüttert bekommen soll und wenn, dann nur nach Rücksprache mit der Mutter. Wichtig ist auch, dass das Baby während der ersten Tage weder eine Flasche, noch einen Schnullerbekommt. Sonst könnte es zur Saugverwirrung kommen.

 

24h Rooming-in

Heutzutage ist in nahezu jeder Klinik das so genannte 24h Rooming-in gang und gebe. Das bedeutet, die Mutter hat ihr Baby, wenn sie möchte, die ganze Zeit bei sich und kann es daher immer nach Bedarf anlegen.

Dies ist ideal für die bevorstehende Milchbildung. Falls die junge Mutter mal eine Verschnaufpause braucht, kann sie ihr Baby natürlich unbesorgt und ohne schlechtes Gewissen im Kinderzimmer abgeben. Sollte es im Zimmer zu laut sein, z.B. wegen eines Besuchs, ist ein Stillzimmer die ideale Ausweichmöglichkeit.

 

Vorher informieren!

Je besser man sich in der Schwangerschaft mit dem Thema Stillen auseinandersetzt, desto selbstsicherer ist man auch hinterher, wenn es Differenzen oder Probleme gibt. Ein bisschen Selbstbewusstsein gegenüber resoluten Schwestern, die unbegründet damit drohen, dass das Kind, wenn nicht bald Milch kommt, verhungern würde, kann nicht schaden.

Außerdem kann es auch im besten Krankenhaus passieren, dass die Tagschwester etwas ganz anderes rät als die Nachtschwester. Es ist übrigens ohnehin immer anzuraten, bereits in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Stillgruppe oder zu einer Hebamme aufzunehmen, die dann bei Fragen oder Problemen direkt vom Krankenhaus angerufen werden kann und der jungen, möglicherweise unsicheren Mutter den Rücken stärkt.

 

Information über das Krankenhaus

In jedem Fall sollten die werden den Eltern sich das Krankenhaus, in der die Entbindung geplant ist, vorher gut ansehen. Fast alle Kliniken bieten einen Tag der offenen Tür an, bei dem man sich einen guten ersten Eindruck verschaffen und vor allem auch wichtige Fragen stellen kann.

Ist das Krankenhaus wirklich stillfreundlich? Gibt es Rooming in? Wie sind die Räumlichkeiten, was für einen Eindruck macht das Personal? Und letztendlich sind natürlich auch persönliche Gespräche mit anderen Müttern und deren Erfahrungen mit dem jeweiligen Krankenhaus wichtige Informationen, die die Wahl eines möglichst stillfreundlichen Krankenhauses erleichtern.