Milch abpumpenMilch abpumpen? Ganz klar: die Stillzeit ist einfach etwas Wunderbares – sowohl für die Mutter als auch für ihr Baby. Die Nähe, die Geborgenheit – das sind Gefühle, die durch nichts ersetzt werden können. Und natürlich ist die Milch von Mama das gesündeste für einen guten Start ins Leben. Trotzdem ist die Stillzeit für die junge Mutter auch ganz schön anstrengend.

Auf die Ernährung muss genauso geachtet werden wie auf ausreichendes Trinken, denn es soll ja genügend Milch da sein und alles, was Mutti zu sich nimmt, bekommt Baby über die Milch auch ab. Außerdem macht Stillen natürlich vor allem eins: abhängig.

Klar, es macht zwar einerseits unabhängig von der Flasche und es ist bei weitem einfacher und praktischer, Baby bei Bedarf an die Brust anzulegen als laufend Fläschchen zu kochen. Dennoch fühlt manche Stillende sich gebunden, weil sie ja oftmals rund um die Uhr alle 2-4 Stunden für die nächste Mahlzeit parat sein muss.

Das ist aber noch längst kein Grund, auf das Stillen zu verzichten! Eine einfache Möglichkeit, um zumindest ein bisschen flexibler zu werden, ist Milch abpumpen. Egal, ob Mutti mal wieder wie zu alten Zeiten mit der besten Freundin alleine ausgehen will, ob ein wichtiger geschäftlicher Termin ansteht oder ob sie aus medizinischen Gründen die Milch abpumpen muss – eine Milchpumpe ist äußerst nützlich und hilfreich.

 

Die richtige Milchpumpe

Ganz entscheidend für den Erfolg beim Milch abpumpen ist vor allem die Milchpumpe. Günstige Modelle, die von Hand betrieben werden, sind für den weniger häufigen Gebrauch ideal. Am besten eignen sich Pumpen, die das Saugverhalten des Babys imitieren, denn dann bleibt der Milchfluss optimal in Gang und es gibt keinen Milchstau oder andere Komplikationen.

Mütter, die häufiger Milch abpumpen müssen oder wollen, sollten auf eine elektrische Pumpe zurückgreifen. Da diese deutlich teurer in der Anschaffung sind, lohnt es sich oftmals, sie in der Apotheke auszuleihen. Mit einer wirklich guten Milchpumpe ist das Abpumpen unproblematisch, angenehm und geht relativ schnell. Die abgepumpte Milch kann dann zu einem anderen Zeitpunkt beispielsweise vom Vater dem Baby per Fläschchen gefüttert werden.

 

Wenn beim Milch abpumpen zu wenig Milch fließt

Es kann durchaus passieren, dass beim Abpumpen nicht so viel Milch kommt wie beim Stillen – was auch logisch ist, da hierbei nicht in gleichem Maße das nötige Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, als wie wenn das Baby selbst an der Brust nuckelt. Hier helfen meist eine entspannte Atmosphäre, warme Kompressen, eine Brustmassage vor dem Milch abpumpen und das Trinken von viel Tee.

 

Das Lagern der Milch

Frisch abgepumpte Muttermilch ist, genau wie andere Milch auch, nur begrenzt haltbar. Bei Zimmertemperatur sind dies circa 5-10 Stunden, im Kühlschrank 24 Stunden, bei 0-4° C sogar bis zu 5 Tage. Soll sie länger aufbewahrt werden, kann man Muttermilch problemlos einfrieren. Im Handel gibt es sogar entsprechende Beutel, in die man die Milch direkt aus der Pumpe füllen und danach in die Tiefkühltruhe geben kann.

Bevor Muttermilch gefüttert wird, sollte sie in warmem Wasser – nicht in der Mikrowelle – schonend erhitzt werden. Einmal aufgetaute Milch (zum Auftauen am besten in den Kühlschrank stellen) darf kein zweites Mal eingefroren werden. Da sich Muttermilch in ihre Bestandteile trennt und sich oben die Sahne absetzt, sollte man vor dem Füttern vorsichtig schütteln, um sie wieder in eine homogene Flüssigkeit zu verwandeln. Übrigens reicht zum Füttern auch Raumtemperatur aus, die Milch muss nicht zwingend 37°C haben.

 

Was ist beim Milch abpumpen sonst noch zu beachten?

Viele Mütter fragen sich, wie oft sie Milch abpumpen sollen oder müssen. Das hängt natürlich ganz vom individuellen Bedarf ab. Wird die Milch nur ab und zu benötigt, kann dann gepumpt werden, wenn z.B. das Baby eine längere Schlafphase hat und die Milch ohnehin schon ausläuft. Allerdings sollte man immer beachten – das gilt vor allem für Frauen mit viel Milch – dass das Pumpen wiederum eine noch größere Milchproduktion nach sich zieht.

Sollte die Frau also zu wenig Milch haben, ist es sinnvoll, zwischen zwei Stillmahlzeiten zusätzlich abzupumpen. Die so gewonnene Milch kann dann ohne Probleme für später eingefroren werden. Stillende, berufstätige Mütter sollten während der Arbeitszeit 2- oder 3-mal Milch abpumpen – zum einen natürlich, um die Milch fürs Baby zu gewinnen, zum anderen, um den Milchfluss und die Milchbildung aufrecht zu erhalten. Wird ein Baby aus medizinischen Gründen nur durch abgepumpte Milch ernährt, so gilt die Regel, dass mindestens eineinhalb Stunden am Tag gepumpt werden muss.

 

Was gilt beim Milch abpumpen bezüglich der Ernährung?

Das gleiche wie beim Stillen. Wenn also die junge Mutter einmal abends ausgeht und das Baby von der Oma mit Fläschchen und abgepumpter Milch gefüttert wird, sollte sie dennoch auf Alkohol oder stark blähende Speisen verzichten. Es sei denn, sie würde danach die Milch abpumpen und wegleeren. Ansonsten ist hier genauso Vorsicht geboten, immer nach dem Motto „Baby isst mit“.

Falls aber doch mal ein Gläschen Sekt getrunken wird, sollte die Mutter dem Baby frühestens zwei Stunden danach wieder die Brust geben, denn solange braucht der Alkohol, um abgebaut zu werden. Der weibliche Körper baut pro Stunde nur 0,085 Promille Alkohol ab – das ist weniger als ein halbes Glas Bier. Besser während der Stillzeit ist also allemal – auch wenn abgepumpt wird – das Trinken von stillem Wasser oder, noch besser, von Stilltee.