Braucht man überhaupt ein Stillkissen? Beim Thema Stillkissen sind sich viele Mütter unsicher: Braucht man so etwas wirklich oder ist das eher unnötiger Schnickschnack?

Stillkissen - Baby
Immerhin gibt es etliche Produkte für Mutter und Kind auf dem Markt, über deren Sinn und Zweck sich streiten lässt.

Das Stillkissen allerdings gehört nicht unbedingt dazu. Klar – wer stillen will, der wird dies im Zweifelsfall auch ohne Stillkissen hinbekommen, leichter geht es aber tatsächlich meistens mit.

 

Stillkissen mit Zusatznutzen

Ganz davon abgesehen ist so ein Stillkissen bereits in der Schwangerschaft sehr nützlich, denn da kann es von der werdenden Mutter als praktisches Seitenschläferkissen verwendet werden und stützt dabei optimal den Bauch.

Ist die Stillzeit vorüber, kann das Baby entweder auf das Kissen gelegt werden – dafür gibt es spezielle Spannbettlaken, die das Kissen im Nu in ein weiches „Nestchen“ verwandeln. Manche lassen sich auch speziell zu diesem Zweck anden Enden mit Bändern verschließen, so dass ebenfalls eine Liegemulde fürs Baby entsteht.

Oder, wenn der Sprössling schon ganz gut sitzen kann aber doch noch manchmal umkippt, eignet sich das Kissen auch als weiche Polsterung, in deren Mitte das Baby z.B. zum Spielen gesetzt wird.

Warum ein Stillkissen das Stillen erleichtert

Zurück zum Thema Stillen, denn dafür ist das Kissen schließlich vordergründig gedacht: Vereinfacht wird dies ganz einfach dadurch, dass Baby mithilfe des Kissens auf die richtige Position gebracht wird. Und zwar möglichst auf genau die gleiche Höhe wie die Brustwarze.

Würde die Mutter das Baby nur auf den Schoß legen zum Stillen, wäre der Kopf des Babys viel zu weit unten positioniert, was dazu führt, dass es die Brustwarze nach unten zieht – autsch! Das wiederum hat entzündete Brustwarzen zur Folge, und wer möchte das schon gerne riskieren? Eben. Der Säugling sollte also parallel zur Brust zum Liegen kommen, also so, dass der Mund die Brustwarze bequem greifen kann. Außerdem kann das Stillkissen bei Bedarf noch individuell geformt werden, so dass die Fülle dort ist, wo sie am ehesten benötigt wird. Für die stillende Mutter hat das Kissen den weiteren Vorteil, dass sie das Kind nicht ständig festhalten muss, sie kann sich entspannen und es sich so richtig bequem machen – und nur dann kann die Milch auch richtig fließen!

Die richtige Füllung des Kissens

Weiterhin stellt sich aber auch noch die Frage, welches Füllmaterial wohl das beste ist. Wie so oft, scheiden sich auch hier die Geister. Häufig werden für die Fülle leichte und äußerst flexible Polystyrolkügelchen verwendet. Genau diesen Vorteil haben sie auch: sie sind leicht im Gewicht und flexibel im Kissen verschiebbar. Allerdings sind sie nicht unbedingt „öko“.

Wer ganz sichergehen will, dass keinerlei Schadstoffe in der Fülle sind und außerdem lieber eine Füllung aus Naturmaterialien mag, hat die Auswahl zwischen Dinkel, Dinkelspelz, Baumwolle, Schurwolle und Kapok. Baumwolle, Schurwolle und Kapok (so genanntes pflanzliches Daunen) haben den Vorteil, dass sie sehr weich sind, ähnlich wie ein Kopfkissen, dafür kann die Fülle nicht unbedingt hin- und hergeschoben werden. Waschen lässt sich am ehesten die Baumwolle, Schafwolle wärmt angenehm und muss wenig bis gar nicht gewaschen werden, ganz ähnlich wie Kapok. Letztere ist jedoch die teuerste Füllung.

Dafür haben diese Materialien aber auch angenehme Eigenschaften: sie wärmen, sind atmungsaktiv und hautverträglich – wie üblich für ein Naturprodukt. Dinkelspelzen sind wiederum leicht und flexibel, sollten aber nach einer gewissen Zeit aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden. Dinkelkörner sind zwar super flexibel, machen das Kissen aber so schwer, dass es kaum mehr hin- und her getragen werden kann. Dass möglichst keine Schadstoffe im Stillkissen stecken sollten, versteht sich ohnehin von selber. Wer sichergehen will, achtet hier auf entsprechende Zertifikate.

Form und Größe des Kissens

Es gibt bei Stillkissen durchaus eine Standardgröße, in der Regel beträgt diese circa 180 m x 40 cm. Weiterhin gibt es Stillkissen in Reisegröße, spezielle Kissen für Zwillinge und welche, bei denen die Seiten spitz zulaufen. Sonderformen bei Stillkissen Etwas aus dem Rahmen fällt das so genannte amerikanische Stillkissen, dessen Kern ganz fest und unflexibel ist, alternativ gibt es dieses bereits vorgeformte Kissen sogar in aufblasbarer Variante.

Es wird zum Stillen umgeschnallt und hinten festgeklippt, das Baby ist hier sogar noch etwas besser positioniert als beim normalen Stillkissen. Dieses Kissen kann jedoch ausschließlich fürs Stillen verwendet werden, wird aber von Hebammen häufig empfohlen, wenn die Mutter Stillprobleme oder entzündete Brustwarzen hat. Außerdem entlastet es sowohl den Rücken als auch die Schultern der jungen Mutter.

Wer die Wahl hat, hat die Qual? So ist es. Am besten ist es, man lässt sich bei der Hebamme oder im Babyladen ausgiebig und umfassend beraten und entscheidet sich dann ganz individuell für das passende Kissen. Eine Erleichterung fürs Stillen ist so ein Kissen aber tatsächlich fast immer!