Beugt Stillen Allergien vor?Stillen ist das Allerbeste für das Baby – darüber ist man sich mittlerweile völlig im Klaren.

Eigentlich ist es ja auch logisch, denn die Natur hat es schließlich bei allen Säugetieren – und dazu gehört nun mal auch der Mensch – so schlau eingerichtet, dass die Milch der Mutter geradezu optimal auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt ist.

So bekommt es genau die richtige Menge an Nährstoffen und allem weiteren, was es braucht, um zu wachsen und zu gedeihen.

Bei der Kuh ist es für das Kälbchen die Kuhmilch, beim Fohlen die Stutenmilch und beim Menschenbaby die Muttermilch. Keine andere Ersatzmilch kann andeutungsweise so gut und nährstoffreich sein wie die der Mutter.

Außerdem scheint das volle Stillen über die ersten 4-6 Monate eine gute Prävention gegen Allergien zu sein. Wenn Mütter allerdings meinen, dann könnte ein längeres volle Stillen ja eine noch bessere Prävention sein, ist das – so vermutet man zumindest – ein Trugschluss.

Volles Stillen über die ersten 6 Monate hinaus, scheint also keinen besseren Schutz gegen Allergien zu bieten – 4-6 Monate sind dabei völlig ausreichend. Natürlich kann und sollte die Mutter auch trotz Einführen der Beikost noch weiterhin die Brust geben, als Zwischenmahlzeit oder auch nur mal zum Trost. Ganz abgestillt haben die meisten Mütter dann so gegen Ende des 10. Monats oder des ersten Lebensjahres, aber auch hier gibt es keine Regel – erlaubt und in Ordnung ist, wie es Mutter und Baby gefällt.

 

Warum schützt Muttermilch das Baby vor Allergien?

Muttermilch ist frei von Allergenen und enthält sogar Inhaltsstoffe, die die Darmschleimhaut des Babys vor Allergien schützen können. Gegen die in der Muttermilch enthaltenen Eiweiße ist das eigene Kind nicht allergisch, auch das hat einen großen Vorteil. Wie gesagt: Muttermilch ist eben genau auf das jeweilige Baby zugschnitten. Sie bietet den optimalen Nährstoffmix und stärkt zudem auch noch Babys Immunsystem auf ganz natürliche Art und Weise.

Was, wenn die Mutter nicht stillen kann?

Falls die Mutter ihr Baby nicht stillen kann, sollte sie, wenn es allergiegefährdet ist, auf HA-Milch zurückgreifen. Bei dieser wurden die Eiweißbausteine anders aufgespalten, so dass sich das Risiko für Allergien senkt. Babys jedoch, deren Eltern an keinen Allergien leiden und demzufolge kein erhöhtes Allergierisiko haben, sollten nicht einfach grundlos HA-Milch verabreicht bekommen.

Wann Baby allergiegefährdet ist

Als besonders allergiegefährdet gilt ein Baby immer dann, wenn Mutter oder Vater oder sogar beide Elternteile bereits unter Allergien leiden – dazu zählt auch Asthma oder Neurodermitis. Hat nur ein Elternteil eine Allergie, liegt das Risiko fürs Baby bei circa 50%. Wenn hingegen beide Eltern unter Allergien leiden, ist die Gefahr fürs Baby, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln, sogar bei 80%.

Gerade dann ist es unbedingt zu empfehlen, das Baby möglichst ein halbes Jahr lang voll zu stillen und erst danach mit der Beikost zu beginnen. Bei all dem gilt aber immer, dass im Zweifelsfall der Arzt zum Thema Allergien befragt werden sollte! Allergologen und Hautärzte sind hierbei die richtigen Ansprechpartner. Sollte also der Verdacht auf eine Allergie vorliegen, lieber einmal zu viel zum Arzt gehen und sich am besten schon vorab über die nötige Prävention umfassend beraten lassen.

 

Kann Waschmittel Allergien auslösen?

Babys Wäsche muss leider immer und immer wieder gewaschen werden. Vor allem bei Spuckkindern oder wenn die Windel öfter mal ausläuft, gibt es mit Baby oder Kleinkind wahre Wäscheberge. Doch nicht alle Waschmittel scheinen für die zarte Babyhaut ideal zu sein. Denn Babys haben eine deutlich empfindlichere Haut als Erwachsene, was auch daran liegt, dass die Haut noch viel dünner ist und die Schutzbarriere noch nicht ganz ausgereift ist.

Wenn das Waschmittel, mit dem Babys Wäsche gewaschen wird also zu viele Inhaltsstoffe besitzt, kann es durchaus sein, dass Babys Haut allergisch darauf reagiert. Und nicht jedes Waschmittel, auf dem Öko draufsteht, ist auch wirklich Öko.

Welche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen? Zum Beispiel Duftstoffe, die sich häufig in Waschmitteln finden. Auch optische Aufheller können photoallergische Reaktionen auslösen. Selbiges gilt für Enzyme, katonische Tenside, Farbstoffe und Konservierungsstoffe. In manchen Waschmitteln, die man im Handel kaufen kann, stecken wahre Chemie-Cocktails, die letztlich nicht nur für die Haut, sondern auch für die Umwelt schlecht sind, weil sie die Gewässer unnötig und über Gebühr belasten.

Waschmittelrückstände

Allerdings lässt sich durch die Wahl des richtigen Waschprogramms das Ergebnis positiv beeinflussen. Denn selbst nach dem Waschen und Spülen befinden sich häufig noch kleinste Partikel in der Wäsche. Das liegt vor allem daran, dass die neuen Waschmaschinen sehr wassersparend waschen und zum anderen aber auch daran, das die meisten Menschen viel zu viel Waschmittel verwenden.

Diese Stoffe lagern sich dann beim Tragen der Wäsche auf der Haut ab und können dort zu Allergien führen. Um vorzubeugen, wäre also neben einem Waschmittel ohne Duftstoffe und ohne Aufheller wichtig, die Wäsche nach dem Waschen nochmal zusätzlich zu spülen. Außerdem reicht eine Menge von sehr wenig Waschmittel meist aus, um gute Waschergebnisse zu erziehen – viele Waschmittelhersteller neigen dazu, die benötigte Menge viel zu hoch anzugeben.

Weichspüler

Auch der Einsatz von Weichspüler ist bei Neigung zu Allergien (aber auch bei allen anderen Kinder und Erwachsenen,) kritisch zu betrachten. Denn auch in ihm finden sich Duftstoffe, die von vielen Menschen und vor allem natürlich gerade von Babys nicht gut vertragen werden. Wer also sichergehen will, sollte bei Babys Wäsche ganz auf den Einsatz von Weichspülern verzichten und die Wäsche am besten an der frischen Luft auf der Leine trocknen. Wäsche, die hart ist, macht Babys Haut weniger aus, als Weichspüler mit vielen chemischen Zusatzstoffen.

Alternativen zum Waschen

In Naturkostläden oder Reformhäusern gibt es Waschmittel, die speziell für Allergiker geeignet sind. Aber auch bei Kindern ohne Allergien oder Veranlagung ist es zu empfehlen, die Wäsche grundsätzlich mit solchen Waschmitteln zu waschen. Häufig werden auch so genannte Waschnüsse verwendet. Sie enthalten nämlich, im Gegensatz zum herkömmlichen Waschmittel, Saponine.

Das sind waschaktive Substanzen, die meistens von der Haut gut vertragen werden und die Wäsche genauso sauber machen. Auch Baukastenwaschmittel sind eine gute Alternative. Hier wird der Wäsche nur das zugegeben, was wirklich nötig ist. Entkalker, falls das Wasser eher hart ist und Waschmittel, Bleichmittel oder Fleckenentferner, je nach Bedarf. Auch diese Art von Waschmittel gibt es im Reformhaus zu kaufen. Weitere Informationen über Hautirritationen gibt der Hautarzt oder Allergologe.

 

Wie beugt man beim Baby gegen Allergien vor?

Leider steigt die Anzahl derer, die eine Allergie haben, immer mehr und mehr an. Schon viele Babys leiden unter Allergien, daher sind Eltern oft übervorsichtig und wollen verständlicherweise versuchen, dies ihrem Baby zu ersparen. Besonders gefährdet ist das Baby dann, wenn bereits ein Elternteil unter einer Allergie leidet, noch mehr gefährdet ist es, wenn beide Eltern eine Allergie haben. Vorbeugen ist auf jeden Fall sinnvoll.

Stillen Stillen ist ein sehr wichtiger Punkt, was die Allergievorbeugung anbetrifft. Wenn irgend möglich, sollten Babys 4-6 Monate lang voll gestillt werden, dies scheint eine der besten und wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen darzustellen. Denn die Muttermilch ist ganz perfekt auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt, es erhält keine Allergene und stärkt sogar ganz nebenbei Babys Immunsystem.

Haustiere und Hygiene Bei dem Thema scheiden sich leider die Expertenmeinungen. Während die einen sagen, bei allergiegefährdeten Kindern ganz auf Haustiere (mit Haaren) verzichten, beharren die anderen auf Studien, die besagen, dass Kinder auf Bauernhöfen deutlich weniger unter Allergien leiden, als andere.

Dies würde wiederum dafür sprechen, den Kontakt mit Tieren nicht zu unterbinden, im Gegenteil. Manche Ärzte meinen, dass bei einer bestehenden Asthma-Erkrankung der Eltern, tatsächlich auf Tiere verzichtet werden sollte. Weiterhin ist bei der Wohnungseinrichtung darauf zu achten, dass diese möglichst schadstofffrei ist. Chemische Substanzen, die ausdünsten, beispielsweise in der Wandfarbe oder im neuen Bettchen, können ebenfalls Allergien auslösen.

Ganz wichtig jedoch ist es, die Thematik mit der Hygiene keinesfalls zu übertreiben. Wenn immer alles mit keimfreien Mitteln behandelt wird, kann das Baby sein Immunsystem nämlich nicht stärken. Hier gilt also eher das Motto „ein bisschen Dreck kann nicht schaden“. Der goldene Mittelweg ist hier vermutlich die beste Lösung.

Kleidung Auch bei Kleidung kann man viel tun, um eventuelle Allergien erst gar nicht entstehen zu lassen. Beispielsweise sollten neue Kleidungsstücke grundsätzlich vor dem Tragen immer erst mehrfach gewaschen werden, um alle eventuell darin enthaltenen Schadstoffe zu entfernen.

Denn auch dagegen könnte das Baby (aber natürlich auch ein Erwachsener) allergisch reagieren. Wer ganz sichergehen will, kauft dem Baby lieber Kleidung aus Biobaumwolle, möglichst unbehandelt und am besten auch ohne Farbe. Je weniger chemisch die Stoffe behandelt wurden, desto besser werden sie vom Kind vertragen. Ideale Stoffe für Kinder, die ohnehin Hauptproblem haben, sind Baumwolle, Hanf, Leinen oder Seide.

Alles hingegen, was Kunstfasern enthält, könnt ebenfalls zu Hautirritationen führen. Schon der Gummibund im Söckchen führt bei empfindlichen Kindern mitunter zu Problemen. Leider ist konventionell hergestellte Baumwolle oft mit Pestiziden behandelt und dann mit formaldehydhaltigen Farben gefärbt. Aus dem Grund ist gerade bei empfindlichen Kindern ein besonderes Augenmerk auf die Wäsche zu legen. Bio-Wäsche, die komplett auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtet, wird hingegen immer gut vertragen.

Passivrauchen Auch Rauchen ist ein Faktor, der für das Baby eine ohnehin ernst zu nehmende Gefahr darstellt. Und zwar aus allen möglichen anderen Gründen genauso, wie aus Gründen der Allergiegefährdung. Passivrauchen ist für das Baby definitiv schädlich, daran gibt es nichts zu rütteln. Und auch die Gefahr, Allergien zu entwickeln wird dadurch deutlich erhöht. Also: Zeit, um endlich damit aufzuhören!

Muss man auch bei nicht gefährdeten Kindern aufpassen? Ja, auf jeden Fall! Zwar sollten diese Babys nicht zur Vorbeugung – falls nicht gestillt werden kann – HA Milch gefüttert bekommen. Alle anderen Tipps jedoch sind bei nicht gefährdeten Kindern genauso sinnvoll und wichtig, wie bei anderen.

Gesunde Wäsche und eine gesunde Wohnumgebung können schließlich nie schaden! Einen hundertprozentigen Schutz gegen Allergien gibt es übrigens leider nicht – auch wenn man noch so vorsichtig ist.

Und was kann man getrost als Vorbeugung vergessen? Beispielsweise dem Baby Stutenmilch zu füttern, es noch länger als ein halbes Jahr voll zu stillen oder dem Baby im zweiten Lebenshalbjahr etwaige allergene Lebensmittel vorzuenthalten. Ab einem halben Jahr darf Baby fast alles essen, was Erwachsene auch zu sich nehmen.